Eigentlich wollte ich noch so viel sagen

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Eigentlich wollte ich mein neues Buch Leidenschaft Aktfotografie ja selbst gar nicht lesen, wenn es einmal gedruckt ist. Denn es war schon oft so, dass wenn ich ältere Texte oder Briefe von mir lese, ich mir dachte, dass ich das jetzt ganz anders schreiben würde und sowieso ganz anders angehen würde. Diese Unzufriedenheit wollte ich erst gar nicht in mir aufkommen lassen. Deswegen blätterte ich nur etwas im Buch herum und schaute mir die Bildchen an.

Dann aber sagte ich mir, dass ich nur mal meine Einleitung lesen werde. Denn ich wusste nicht mehr was ich geschrieben hatte und wollte wenigstens den ersten Eindruck wissen, den ein Leser vom Buch haben wird. Mhm, dann war die Einleitung aber ganz schön spannend und ich wollte wissen wie es weitergeht. Und schwupps, auf einmal habe ich dann doch das ganze Buch gelesen. Ich weiß nicht wie ich das gemacht habe, aber ich habe es irgendwie so geschrieben, dass es sich schnell liest. Scheinbar so eine Art schwarzes Loch, durch das ich meine Leser ziehe. Schwupp – Schluss. Nunja, man muss natürlich auch bedenken, dass ich zum Autor eine ganz besonders emotionale Beziehung habe. Ich bin quasi befangen. Unzurechnungsfähig was eine objektive Entscheidung angeht. Von daher darf man dahingehend auf mein Urteil nicht viel geben.

Doch eines trat nicht ein. Ich habe mir nicht gesagt – wie ich dachte -, dass ich es inzwischen ganz anders geschrieben hätte. Gut, die fiktive Geschichte mit der Muse war vielleicht ein klein wenig übertrieben, aber hey: ein Bisschen Hollywood muss ja heutzutage dabei sein. Ansonsten würde ich das Buch heute wieder genau so schreiben. Und das, obwohl es schon seit 6 Tagen auf dem Markt ist. Es ist immer noch aktuell!

Aber eines fiel mir auf und ich habe im Buch auch oft darauf hingewiesen. Ich konnte leider die meisten Themen nur kurz „ankratzen“. Doch viel lieber wäre ich bei jedem Thema gern mehr in die Tiefe gegangen. Ich hätte noch intensiver darauf eingehen können wie ich meine bisherigen Modelle gefunden habe. Zu jeder Begegnung hätte ich eine eigene Geschichte schreiben können. Ich wäre auch gern noch weiter darauf eingegangen, auf was es bei der beobachtenden bzw. inszenierten Aktfotografie ankommt. Auch wären noch viel mehr Beispiele aus meinen Anleitungen für ein natürliches Posing bzw. einen entspannten Gesichtsausdruck interessant gewesen. Das Kapitel Der Fotograf und das Model hätte natürlich auch noch viel weiter ausgeschmückt werden können. Und der Abschnitt über das Ideen finden und daraus Bilder machen sowieso.

Aber das Buch hat 352 Seiten und ist ein relativ dicker Schinken. Wie dick hätte es werden müssen, wenn ich auf jedes Thema noch tiefer eingegangen wäre? Ich hätte eine Trilogie schreiben können. Oder eine ganze Buchreihe. Vielleicht war es doch gut, dass ich mich so kurz gehalten habe. Es passt ja auch zu mir. Wer mich kennt der weiß, dass ich die Dinge gern auf den Punkt bringe und ungern große Worte verliere.

Aber eigentlich wollte ich noch so viel sagen… Das werde ich dann wohl auf meiner Seite www.FotoGrow.de nachholen.

Zum Buch … >

2 Kommentare für “Eigentlich wollte ich noch so viel sagen”

  1. Bild vom Autor
    Andre Leisner

    Hallo Corwin,
    witzig da läufste mir heute ein zweites Mal auf den Weg auf der Suche nach interessanten Artikeln. Und finde dazu ein Buch das ich mir gestern in meine eigen Wunschliste bei Amazon gelegt habe. Sehe mir dazu Deine Bilder an und denke „bestellen“. Finde ich gut, dass Du Dich fragst, ob Du heute noch mal alles so schreiben würdest und zu dem Entschluss gekommen bist, eigentlich nicht! ich denke, es wird immer Passagen geben, in dem der eine mehr Fragen hat, als der andere. Wenn Du merkst, es häufen sich Fragen zu einem bestimmten Bereich: Sage ich nur. 2. Auflage 🙂 Danke für die tollen Randnotizen zu Deinem Buch!
    LG André

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    • Bild vom Autor
      Corwin von Kuhwede

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Das stimmt, im Nachhinein wird einem immer noch etwas einfallen. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja wirklich bald ein zweites Buch dazu. Bis dahin gibt es aber erst einmal ein Porträtbuch, an dem ich mitgewirkt habe.

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