Wie findet man den richtigen Fotografen?

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Welche Anlässe es auch geben mag, Menschen verschenken sehr gern sich selbst. Entweder in Form von Fotos oder als Gutschein. Doch wie findet man den richtigen Fotografen? Auf was sollte man bei der Auswahl achten? In diesem Artikel gebe ich hilfreiche Tipps und Ratschläge, damit das Fotoshooting definitiv ein Erfolg wird.

Wenn man seinen Liebsten mal nicht mit Schmuck, Parfum oder einem neuen Elektronikartikel zu Weihnachten beschenken möchte, sind Portrait- oder Aktfotos von sich ein oft genutztes Geschenk. Denn was kann es für ein persönlicheres Präsent geben, als sich selbst? Die eigene Schönheit professionell in Szene gesetzt, das ist doch was. Denn der Profi weiß ja genau wie er die Schokoladenseitenan einem in den Fokus rückt und diejenigen Bereiche des Körpers, die man sich nicht so gern im Spiegel anschaut, einfach gekonnt in den Hintergrund verschwinden lässt. Doch woher weiß ich als Kunde, bei welchem Fotografen ich auch wirklich gut aufgehoben bin? Und ist es überhaupt notwendig zu einem Profi zu gehen, oder reicht nicht auch ein preiswerter Hobbyfotograf?

Fotografen gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Oder sagen wir eher wie Muscheln am Meer. Gerade im Fotoboom der heutigen Zeit nennt sich jeder, der sich eine Spiegelreflexkamera gekauft und die ersten 100 Bilder gemacht hat, Fotograf. Um so schwerer für den Kunden auch wirklich die richtige Wahl zu treffen.
Als Profi, der seine Branche ganz gut kennt, kann ich offen sagen, es gibt unzählige gute Talente in der heutigen Zeit, vom Profi bis zum Amateur. Und doch gibt es bedeutende Unterschiede. Denn alleine ob jemand Geld mit der Fotografie verdient, sagt noch lange nichts über dessen Qualität aus.
Dass ein Fotograf seine Kamera bedienen kann, ist die eine Sache. Reinweg etwas technisches Verständnis gehört dazu. Alles andere ist für jedermann und jederfrau erlernbar. Doch alleine das Beherrschen der Technik macht noch lange keinen guten Fotografen aus. Vielmehr ist im Bereich der Menschenfotografie menschliches Einfühlungsvermögen wichtig, eine gewisse Empathie und natürlich Kommunikationsfähigkeit. Denn nichts ist für das Model schlimmer, als wenn der Fotograf hinter seiner Kamera verstummt und es selbst nicht weiß was es nun tun soll.

Welche Kategorien von Fotografen gibt es allgemein überhaupt?

Hobbyfotografen
Nirgends wird man so viele Bilder für einen erschwinglicheren Preis bekommen, wie bei den Hobbyfotografen. Es gibt im Freundes- & Bekanntenkreis sicher irgendjemanden, der gern fotografiert und auch schon erste Erfahrungen gesammelt hat. Man kann über gemeinsame Bekannte erste Kontakte knüpfen, sich austauschen, über Ideen sprechen und dann einfach mal probieren. Für viele Menschen ist es einfacher, die Hüllen vor jemanden aus dem Bekanntenkreis fallen zu lassen, als vor einem Fremden. In jedem Falle sollte man sich vorher genau verständigen was Inhalt des Shootings sein soll. Denn da die wenigsten Hobbyfotografen konkrete Angebote haben, sollte hier der Wunsch meist vom Kunden kommen.
Aber Vorsicht, wenn es um Weihnachtsgeschenke geht. Von meinen Kunden habe ich hin und wieder gehört, dass Termine nicht eingehalten wurden, der Prozess der Bestellabwicklung etwas holprig verlief oder aber, dass die Ergebnisse des Shootings nicht wirklich die eigenen Vorstellungen trafen. Und dann kann das tolle Geschenk auch mal schnell ein Flopp werden, wenn man am 24.12. kurz vor Ladenschluss noch hektisch nach Alternativen sucht.
Legt jemand daher Wert auf eine individuelle Beratung, ein eigenes Fotostudio und Erfahrung beim alltäglichen Geschäft, dann sollte man sich mal bei den Profis umschauen.

Fotogeschäfte
Wenn man gar nicht weiß wo hin man sich wenden soll, dann sucht man sich einfach das nächste Fotogeschäft an der Ecke. Spontan kehrt man ein und kann sich über das Angebot und die Arbeit des Studios ausgiebig informieren. Sollte man sich dann für ein Shooting entscheiden, macht man gleich vor Ort einen Termin.
Als Kunde kann man sicher sein, dass man seriös behandelt wird, die Bilder auch nirgends anders auftauchen als im eigenen Briefumschlag unter dem Weihnachtsbaum und dass auch jederzeit Bilder aus dem Shooting nachbestellt werden können. Die Verkäufer beraten im Anschluss auch gern zu bestimmten Rahmen oder Möglichkeiten der Präsentation. Klar, denn daran verdienen sie.
Über ein paar Dinge sollte man sich allerdings bewusst sein. Die meisten Fotogeschäfte verfolgen eher einen handwerklichen Ansatz, als einen künstlerischen. Jede Sekunde des Shootings ist geplant und die Produkte genau kalkuliert. Daher sollte man hier nicht vielmehr erwarten als ein solides Handwerk.

Tipp:
Vorher sollte man ganz genaue erfragen was man für sein Geld dann am Ende erhält. Viele Fotostudios locken die Kunden mit Preisangeboten ab 39 Euro oder weniger, kassieren dann aber bei Nachbestellungen richtig ab. So ist es nicht selten, dass man dann schon mal mehrere hundert Euro für ein Shooting hinlegen kann.

Erfragen sollte man ebenso, von wem genau man fotografiert wird. Oftmals fotografiert dem Kunden der jeweilige Mitarbeiter, der gerade zu Ihrem Termin Zeit hat. Und im Schlimmsten Falle kann das der Lehrling im 1. Lehrjahr sein. Man sollte sich nicht scheuen die Arbeiten der Angestellten genau anzuschauen und ich für einen Fotografen entscheiden, der einem am Meisten zusagt.

Freie Fotografen oder Fotostudios
Die freien Fotografen findet man meist nur auf zwei Wegen, entweder über das Internet oder auf Empfehlung. Doch hier hat man stilistisch oftmals die größte Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten. Da wo sich die Fotogeschäfte in ihren Arbeiten doch alle sehr ähnlich sind, ist die Vielfalt der fotografischen Stile hier schier unbegrenzt.
Bei den freien Fotografen sind meistens nur Termine nach Absprache möglich. Wenn der Fotograf gut im Geschäft ist und bereits einen gewissen Namen hat, sind hier Wartezeiten von mehreren Wochen oder Monaten keine Seltenheit.

Man sollte unbedingt nach einem kostenfreien Vorgespräch fragen. Dieses hilft, dass man sich persönlich kennenlernen und alle Fragen und Details klären kann. Auch bekommt man einen ersten Eindruck von den Räumlichkeiten, in denen dann auch meist fotografiert wird. Nach diesem Vorgespräch kann man sich noch immer entscheiden, ob man sich bei diesem Kollegen gut aufgehoben fühlt oder doch lieber die Suche fortsetzt.

Freie Fotografen haben meist einen unverwechselbaren Stil und oft einen künstlerischen Anspruch. Hier kann man sich von der Vielfalt inspirieren lassen und denjenigen für sich aussuchen, in dessen Arbeiten man sich gern wiederfinden möchte. Je nach Bekanntheitsgrad, Lage des Studios und Erfahrung des Fotografen, gehen die Preise hier schon mal bei dreistelligen Beträgen los. Dafür gibt es selten versteckte Kosten oder Zusatzkosten und beim Fotoshooting ist eine gewisse Anzahl an bearbeiteten Motiven bereits inklusive. Aber auch hier ist es wichtig vorher genau zu klären, was man als Kunde für sein Geld erhält. Und so ein Besuch beim Fotograf findet ja nun auch nicht jeden Monat statt, da darf es auch ruhig mal etwas mehr kosten.

Fazit
Egal für welchen der drei Bereiche man sich entscheidet, man sollte sich unbedingt gemeinsam vorher ausgiebig das Portfolio des Fotografen anschauen. Und bedenken sollte man immer, dass die besten Bilder bereits im Schaufenster hängen oder auf der Webseite zu sehen sind. Das heißt, man sollte immer davon ausgehen, dass die eigenen Ergebnisse selten besser werden. Wenn man daher schon beim Betrachten des Portfolios nicht hundertprozentig überzeugt ist, sollte man sich lieber jemanden anderes suchen. Denn schöner als im Portfolio werden die Bilder selten.

Man sollte auch immer Wert auf ein Vorgespräch, bzw. persönliches Kennenlernen mit dem Fotografen Ihres Vertrauens legen. Denn der Gang zum Fotografen ist ein besonderes Ereignis und nicht zu vergleichen mit dem täglichen Besuch beim Bäcker.
Wenn die Chemie zwischen dem Kunden und dem Fotografen nicht stimmt, wird man dies meist auch den Bildern ansehen. Denn wie soll man sich bei einem Menschen entspannen, mit dem man nicht sympathisiert? Vor allem wenn man noch unbekleidet ist. Es gibt sogar zahlreiche Kunden, die auch ein paar hundert Kilometer Fahrtweg auf sich nehmen um sich von einem ganz bestimmten Fotografen ablichten zu lassen. Auch ich hatte oft schon Kunden, die 400km und mehr zu mir kamen.
Verlassen sollte man sich daher stets auf das eigene Bauchgefühl. Es muss einfach passen und der Funke muss überspringen.

Man sagt nicht umsonst, die Aktfotografie ist die hohe Schule der Fotografie. Und so manche grandiose Portrait- oder Hochzeitsfotografen sind schon an ihr gescheitert. Denn hier gelten ganz eigene Regeln. Man würde ja auch nicht von Ihrem Zahnarzt verlangen, dass er uns das Knie operiert, nur weil er Mediziner ist.
Ein schlecht fotografiertes Architekturfoto interessiert niemanden, eine schlechte Landschaftsaufnahme oder ein Stillleben auch nicht. Bei einem Portrait wird es da schon heikler. Doch ein unfachmännisch fotografiertes Aktfoto ist oft peinlich und entwürdigend. Daher ist es gerade im Bereich der Aktfotografie wichtig, einen Fotografen zu finden, der sowohl talentiert in diesem Metier ist, als dass er auch mit uns als Mensch und unseren individuellen Bedürfnissen umzugehen weiß.

Daher ist die Suche nach dem richtigen Fotografen wichtig und sollte ausgiebig erfolgen. Entweder mithilfe einer Suchmaschine oder man schaut sich auf den Seiten um, auf denen sich die Fotografen herumtreiben. Dazu gehören unter anderem www.fotocommunity.de, www.500px.com, www.fotografolio.de oder www.tafoto.de

Verschiedene Bewertungsportale wie Google-Places, yelp oder pointoo können hier auch aufschlussreiche Informationen in den Erfahrungsberichten der User liefern. Nur haben diese den Nachteil, dass nicht jeder Fotograf dort angemeldet ist bzw. es auch nichts über den Fotografen aussagt, wenn er keine Bewertungen hat. Daher würde ich diese Seiten stets nur als zusätzliche Recherchequelle empfehlen.

In diesem Sinne, viel Erfolg bei deinem Fotoshooting.

Gern kannst du auch einen Kommentar hinterlassen, welche Erfahrungen in diesem Bereich du bereits gemacht hast.

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